Amateurfunk für Beginner

Für diejenigen unter euch, welche die Prüfung erst bestanden haben, will ich hiermit ein paar Anregungen geben.

Funkbetrieb in der Westfalen-Süd-Aktivität 🎤 CQ Rufen auf 2m & 70cm

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1. Dienstag im Monat:

  • Westfalen Nord Aktivität: LINK
  • Nordic Activity 2m: LINK
  • RSGB 2m: LINK

2. Dienstag im Monat:

  • Westfalen Süd Aktivität: LINK
  • Nordic Activity 70cm: LINK
  • RSGB 70cm: LINK

1. Rufzeichenzuteilung

Beantragung des Rufzeichens

  • Online-Antrag bei der Bundesnetzagentur
  • Kosten: ca. 70 Euro für 10 Jahre
  • Bearbeitungszeit: 2-4 Wochen
  • Wunschrufzeichen gegen Aufpreis möglich

Deutsche Rufzeichenstruktur

  • Präfix: DA-DR (Deutschland)
  • Ziffernbereich je nach Region (0-9)
  • Suffix: 2-3 Buchstaben

Beispiele:

  • DL1ABC (Klasse A in Region 1)
  • DO2XYZ (Klasse E in Region 2)

2. Erste Ausrüstung zusammenstellen

Handfunkgerät (2m/70cm) Empfohlene Einsteigergeräte:

  • Yaesu FT-65R (ca. 90 Euro)
  • Baofeng UV-5R (ca. 25 Euro, Grundausstattung)
  • Icom ID-52 (ca. 450 Euro, mit D-Star)

Mobilstation für das Auto

  • Yaesu FTM-300DR (ca. 400 Euro)
  • Icom IC-2730E (ca. 300 Euro)

Feststationen (HF/VHF/UHF) Für Klasse A:

  • Yaesu FT-891 (HF, ca. 650 Euro)
  • Icom IC-7300 (HF, ca. 1.200 Euro)

Für beide Klassen:

  • Yaesu FT-857D (HF/VHF/UHF, ca. 800 Euro gebraucht)

3. Antennen und Zubehör

Für den Einstieg:

  • Gummiwurst-Antenne (Handfunkgerät)
  • Magnetfußantenne für das Auto
  • Einfache Yagi-Antenne für VHF/UHF

Später:

  • Vertikalantenne (HF)
  • Beam-Antennen für Richtfunk
  • Selbstbau nach Anleitungen

Wichtiges Zubehör:

  • SWR-Messgerät
  • Koaxialkabel (RG-58, RG-213)
  • Stecker und Adapter
  • Netzteil (13,8V, ausreichend Strom)

4. Erste Funkverbindungen

Lokale Repeater nutzen

  • 2m-Band (144-146 MHz): Viele lokale Repeater
  • 70cm-Band (430-440 MHz): Ebenfalls gute Repeaterabdeckung
  • Echolink: Internet-gestützte Verbindungen

Tipps für die ersten QSOs:

  • Mit „CQ“ einen allgemeinen Anruf senden
  • Rufzeichen deutlich und langsam sprechen
  • Höflich und respektvoll bleiben
  • Q-Gruppen verwenden (QTH, QRZ, 73)

5. Digitale Betriebsarten erkunden

Packet Radio

  • APRS (Automatic Packet Reporting System)
  • Positionsmeldungen und Nachrichten

D-Star, DMR, System Fusion

  • Digitale Sprachübertragung
  • Bessere Audioqualität
  • Zusätzliche Datendienste

Computerfunk (PSK31, FT8, JS8)

  • Textübertragung über HF
  • Sehr schwache Signale möglich
  • Software wie WSJT-X erforderlich

6. Weiterbildung und Spezialisierung

Mögliche Interessensgebiete:

  • Antennenbau und -simulation
  • Microwave und EME (Erde-Mond-Erde)
  • Satellitenfunk (AMSAT)
  • Contestbetrieb (Funkwettbewerbe)
  • QRP (Betrieb mit geringer Leistung)
  • Selbstbau von Geräten

Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Kurse zu speziellen Themen
  • Hamfest-Besuche (Amateurfunkmessen)
  • Fachzeitschriften (CQ DL, funkamateur)
  • Online-Communities und Foren

7. Rechtliche Aspekte im Funkbetrieb

Wichtige Regeln:

  • Rufzeichen bei jedem Funkverkehr nennen
  • Sendeleistung nur so hoch wie nötig
  • Frequenzbereiche und -nutzung beachten
  • Störungen vermeiden und melden
  • Logbuchführung (empfohlen)

Besondere Bestimmungen:

  • Auslandsbetrieb (CEPT-Empfehlung T/R 61-01)
  • Betrieb auf See und in der Luft
  • Fernbedienungsbetrieb

Kosten und Budget

Einsteigerbudget (Klasse E)

  • Handfunkgerät: 50-150 Euro
  • Antenne und Kabel: 30-50 Euro
  • Verschiedenes: 20-30 Euro
  • Gesamt: 100-230 Euro

Erweiterte Ausstattung

  • Mobilstation: 300-500 Euro
  • Feststationsantenne: 100-300 Euro
  • SWR-Meter und Tuner: 150-400 Euro
  • Gesamt: 550-1.200 Euro

Vollausstattung (Klasse A)

  • HF-Transceiver: 800-2.500 Euro
  • Antennenanlage: 500-2.000 Euro
  • Zubehör und Messtechnik: 300-800 Euro
  • Gesamt: 1.600-5.300 Euro

Empfohlenes Vorgehen für Einsteiger

Phase 1: Grundlagen (erste 3 Monate)

  1. Handfunkgerät beschaffen
  2. Lokale Repeater erkunden
  3. Erste QSOs führen
  4. DARC-Ortsverband kontaktieren

Phase 2: Erweiterung (Monate 4-12)

  1. Mobilstation für das Auto
  2. Digitale Betriebsarten ausprobieren
  3. An Fielddays teilnehmen
  4. Antennenbau erlernen

Phase 3: Spezialisierung (ab Jahr 2)

  1. Upgrade auf Klasse A erwägen
  2. HF-Betrieb beginnen
  3. Spezialinteressen vertiefen
  4. Eventuell Contest-Teilnahme

Nützliche Kontakte und Ressourcen

Verbände und Vereine

  • DARC e.V. (Deutscher Amateur Radio Club)
    • Bundesweite Vertretung der Funkamateure
    • Ortsverbände für lokale Unterstützung
    • Zeitschrift „CQ DL“
  • VFDB (Verband der Funkamateur in Telekommunikation und Post)
    • Alternative Interessensvertretung

Online-Ressourcen

  • QRZ.com: Internationale Rufzeichendatenbank
  • eQSL.cc: Elektronische QSL-Karten
  • APRS.fi: APRS-Tracking und -Statistiken
  • DXSummit.fi: DX-Cluster und Aktivitäten

Fachliteratur

  • „Amateurfunk-Lehrgang für das Klasse-E-Zeugnis“ (Eckart Moltrecht)
  • „Rothammel Antennenbuch“ (Standard-Referenz)
  • „Kleines Funkamateur-Handbuch“ (Ringbuch-Format)

Software

  • Ham Radio Deluxe: Stationssoftware
  • WSJT-X: Digitale Schwachsignal-Modi
  • YAAC: APRS-Client
  • Contest-Logger: N1MM+ oder andere

Fazit

Amateurfunk ist ein faszinierendes Hobby, das technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und internationale Kommunikation vereint. Der Einstieg ist mit überschaubarem Aufwand möglich, und die Entwicklungsmöglichkeiten sind praktisch unbegrenzt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im schrittweisen Vorgehen: Beginnen Sie mit der Klasse E, sammeln Sie praktische Erfahrungen, und erweitern Sie Ihr Wissen und Ihre Ausrüstung kontinuierlich. Die Amateurfunkgemeinschaft ist sehr hilfsbereit – zögern Sie nicht, andere Funkamateure um Rat und Unterstützung zu bitten.

73 und viel Erfolg beim Einstieg in den Amateurfunk!

Hinweis: Preise und Bestimmungen können sich ändern. Informieren Sie sich stets über aktuelle Regelungen bei der Bundesnetzagentur und in der aktuellen Fachliteratur.

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